„Am 12. Juni hätte der Bau- und Siedlungsausschuss tagen sollen“, sagte Christoph Barth (Grüne) eingangs. Es hätte um ein Konzept gehen sollen, das alle Möglichkeiten zur Energieeinsparung nach heutiger Technik vorstelle. „Drei der fünf Mitglieder des Ausschusses sind aber ohne vorherige Absage nicht erschienen.“ Damit sei der Ausschuss beschlussunfähig und die Sitzung hinfällig gewesen.

CDU-Fraktionsvorsitzender Klaus Hindrichs monierte: „Schon im vergangenen Oktober gab es zu diesem Thema einen Infotag. Warum kam die BSA-Sitzung so spät?“ Zahlreiche Fragen stünden offen: Wie solle eine Straßenführung aussehen? Zudem sei Energieeffizienz teuer und bedeute damit einen Eingriff in die Freiheit potenzieller Bauherren. „Auch ästhetische Aspekte sind zu berücksichtigen.“

Bürgermeisterin Brigitte Bannenberg (parteilos) entgegnete, dass ökologische Voraussetzungen in den Bebauungsplänen bereits berücksichtigt seien, auch ein Verkehrsgutachten läge vor. Zudem gebe es erst seit Kurzem die Möglichkeit der Bezuschussung des Vorhabens durch das Land Hessen, nicht seit Herbst 2018. Von der möchte man Gebrauch machen.

Karin Kempf, FWG-Fraktionsvorsitzende, wandte ein: „Zu viele Fragen sind wegen der ausgefallenen Sitzung noch unbeantwortet.“ Was passiere, wenn man das Energiekonzept letztendlich nicht komplett umsetze? Bannenberg: „Wir müssten dann nichts zurückzahlen.“ Der Bebauungsplan könne jedoch nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt nach den Ergebnissen des Konzepts umgesetzt werden, deshalb bestehe Zeitdruck.

Barth: „Wir könnten in den kommenden zwei bis drei Monaten ausschreiben und ein Büro finden, dann blieben zwei bis drei Monate zur Erstellung des Konzepts.“ Anfang 2020 müsse man über die Umsetzung entscheiden. Dr. Stefan John, Fraktionschef der FDP: „Wir sind mit alternativen Energiequellen und nachhaltigen Mobilitätskonzepten an einem Wendepunkt.“ Dies sei der richtige Schritt.

Dr. Gudrun Radtke, Fraktionsvorsitzende der Grünen, ärgerte sich über CDU und FWG. „Wir sitzen hier bei offenen Türen und gehen vor Wärme kaputt. Liest denn keiner die Zeitung? Wir befinden uns im Klimawandel.“ Fraktionskollege Dietmar Saljé legte nach: „Wir sind ideologisch gespalten: die alte gegen die neue Welt. Es ist peinlich für einige Gemeindemitglieder, zu sagen: ,Ich blicke lieber nach hinten als nach vorne.'“ Tim Böttger (CDU) schoss zurück: „Wie viele von Ihnen haben ein Elektroauto in der Garage? Sie predigen Wasser und trinken Wein.“ Heike Kolter (FDP), Vorsitzende der Gemeindevertretung, wies ihn zurück: „Das sind persönliche Anfeindungen, die haben hier keinen Platz.“ Böttger: „Die Unterstellung der Rückständigkeit finde ich unredlich. Uns geht es darum, einen geordneten Weg zu finden zu einer guten Ökobilanz.“

Nach einer Unterbrechung hatten sich die Gemüter abgekühlt: Böttger entschuldigte sich für eine scharfzüngige Äußerung gegenüber der Grünen.

Aufgrund ungeklärter Fragen baten CDU und FWG um eine Rückweisung des Themas in den BSA. Mit 12 zu 9 Stimmen lehnte die Gemeindevertretung den Antrag ab. Dem Antrag, für das Neubaugebiet „Am Silberbach“ ein kommunales Energiekonzept erstellen zu lassen, stimmte die Gemeindevertretung mit 12 zu 8 Stimmen und einer Enthaltung zu. SPD, FDP und Grüne stimmten für den Antrag, FWG und CDU dagegen.